Periodické zprávy pražského řídícího úseku SD

přihlásit se
> Měsíční zprávy / Monatsberichte > Rok 1940 > říjen 1940
- 42 -
Die diesjährige Sammlung müsse vielmehr durch persönlichen
Einsatz von Sammlern und auf dem Grundsatz vollkommener
Geheimhaltung erfolgen.>

Durch den Loyalitätskurs der NG am die Rechtsopposition
und vor allem die Vlajka in eine schwierige Lage. Sie muß zusehen,
wie die NG gerade die klarsten Parolen ihres Programmes, den
Antisemitismus und die Deutschfreundlichkeit, entlehnt und als
eigenes Ideengut propagiert. Die Rolle des idealistischen Initiators,
der trotz seines weltanschaulichen Urheberrechtes nach der
praktischen Durchführung seines Gedankens durch andere in Vergessenheit
gerät, hat für die Mitglieder der Vlajka wenig Anreiz.

Dazu wirkte sich die neuerliche Einstellung der Zeitung
"Vlajka" in den Mitgliederkreisen äusserst deprimierend aus.
Innere Streitigkeiten in den einzelnen Ortsgruppen erhöhen
die Mißstimmung. Die Hetze und der Boykott gegen Vlajka-
Angehörige lebte in der tschechischen Öffentlichkeit verschiedentlich
wieder stärker auf.

Als Erfolg vermeldet die Vlajka die Einsetzung einesVlajkisten
zum Vorsitzenden der Verwaltungskommission in Moldauthein,
welche trotz des schärfsten Widerstandes seitens
des Ministers Ježek erfolgte.

Auch die übrige Rechtsopposition zeigte vorwiegend rückschrittliche
Erscheinungen. Der Begründer der im Vormonat
neu erstandenen Faschisten-Gemeinde, Karl Marek, ehemals
Kammerdiener bei General Gajda, wurde wegen Betrügereien und
Erpressungen aus der Organisation ausgeschlossen.

General Gajda hat die Übernahme der offiziellen Führung
über die neue Faschisten-Gemeinde abgelehnt. Als Berater
will er jedoch zur Verfügung stehen.


Als dritter Faktor im tschechisch-politischen Leben hat neben
NG und Rechtsopposition der "Tschechische Verband für die
Zusammenarbeit mit den Deutschen
" zusehends mehr an Bedeutung
gewonnen. Dabei wird seine Existenz von beiden Lagern als überflüssig
empfunden. Wortführer dieser Tendenzen in der NG war allerdings
der nun bereits zurückgetretene Krychtálek, der die Auflösung
des Verbandes mit der Begründung vorschlug, daß dieser nach
der Neuorientierung der NG keine Existenzberechtigung habe. Die
Vlajka erklärte in einem Rundschreiben den Verband für überflüssig,
weil sie selbst die kameradschaftliche Zusammenarbeit