Periodické zprávy pražského řídícího úseku SD

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werde er es in Zukunft auch dem Staatspräsidenten ermöglichen,
unberechtigten deutschen Ansinnen zu widersprechen,
da an seinem Beispiel bewiesen werden könne, dass notfalls
auch andere Minister und selbst die ganze tschechische
Regierung bereit seien, lieber auf ihre Funktionen zu verzichten
als immer nachzugeben. Weiter wird verbreitet, dass
Dr. Havelka deshalb in Ungnade gefallen sei, weil er sich
standhaft geweigert habe, die Erlaubnis zum Einsatz von
tschechischen Eisenbahnbediensteten in Serbien zu erteilen.


Innerhalb der Protektoratsregierung verursachte der Abgang
Havelkas eine gewisse Stagnation, da jetzt die politische Triebkraft
Havelkas fehlt. Ministerpräsident Eliáš versprach sich
von Havelkas Rücktritt eine Stärkung seiner Position, wenn sich
auch die Bedeutung der Regierung jetzt vermindere und diese zu
einer Exekutive herabsinke. Innenminister Ježek soll froh darüber
sein, dass Havelka aus der Regierung ausgeschieden ist
und er vor ihm Ruhe hat. Die Gerüchte über einen Rücktritt
Klumpars sind noch nicht verstummt; Ministerpräsident Eliáš
äusserte, dass dessen Ressort ein Mann bekleiden müsse, welcher
den Arbeiterkreisen näher stehe als Klumpar. Als aussichtsreichster
Nachfolger Klumpars gilt nach wie vor der ehemalige sozialdemokratische
Parteisekretär Stočes. Im Zusammenhang mit der
Ernennung des Vorsitzenden des "Verbandes für die Zusammenarbeit
mit den Deutschen", Fousek, zum Vorsitzenden der NG wurden Pläne
laut, diesen auch als Minister in die Protektoratsregierung
einzubauen, um so den von ihm geführten Verbänden die Möglichkeit
zu verschaffen, auf die autonome Verwaltung Einfluss zu nehmen,

Dr. Kliment gelang es, den Staatspräsidenten für diesen
Plan zu gewinnen, der ihn daraufhin Ministerpräsident
Eliáš eröffnete. Eliáš widersetzte sich jedoch unter Berufung,
auf die einheitliche Meinung aller Minister und erklärte,
dass die Minister bei einer derartigen Beschränkung
ihres Handelns nicht mehr weiter in ihren Ressorts
verbleiben wollten. Daraufhin liess Staatspräsident Hácha
diesen Plan fallen; Dr. Kliment bemühte sich dann um eine
Kompromisslösung, indem er den Vorschlag machte, Fousek
zum Staatssekretär im Ministerratspräsidium mit Vollmachten
für die ideelle Erziehung zu ernennen. Die Regierung
lehnte jedoch auch diese Lösung ab, um der NG keinerlei
öffentlichen Charakter zu verleihen.